The Irish Press - Iran-Krieg: Berichte über US-Munitionsknappheit - Pakistan will neue Gespräche

Iran-Krieg: Berichte über US-Munitionsknappheit - Pakistan will neue Gespräche
Iran-Krieg: Berichte über US-Munitionsknappheit - Pakistan will neue Gespräche / Foto: - - US Central Command (CENTCOM)/AFP/Archiv

Iran-Krieg: Berichte über US-Munitionsknappheit - Pakistan will neue Gespräche

Im Krieg gegen den Iran haben die US-Streitkräfte Medienberichten zufolge große Teile ihrer Munitionsvorräte verschossen. Ein Mangel an Raketen habe US-Präsident Donald Trump von weiteren Angriffen abgehalten, schrieb etwa die "Washington Post". Trump wies die Berichte am Donnerstag zurück und drohte den Journalisten mit langen Haftstrafen. Nachdem sich der Iran und Oman auf eine neue Route durch die Straße von Hormus geeinigt hatten, hofft Vermittler Pakistan unterdessen auf neue Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.

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Laut einem Bericht der "Washington Post" hatte Trump am vergangenen Freitag seinen Verteidigungsminister Pete Hegseth wegen der fehlenden Munition zur Rede gestellt. Er habe gedacht, die Probleme seien "gelöst worden", habe Trump gesagt, zitierte die Zeitung aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen. Dem Bericht zufolge musste der US-Präsident wegen der knappen Waffenvorräte geplante neue Angriffe auf den Iran absagen, nachdem er Teheran zuvor gedroht hatte, das Land "sehr hart" zu attackieren.

Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bezeichnete den Bericht als "Fake News", also Falschinformationen. Ein solches Gespräch zwischen Trump und Hegseth habe es nie gegeben. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Der Fernsehsender CNN berichtete ebenfalls, ein Mangel an Langstrecken- und Abwehrraketen habe Trumps Strategie im Krieg gegen den Iran beeinträchtigt. Die US-Streitkräfte haben demnach beispielsweise inzwischen "fast 80 Prozent" ihres Vorrats an Abwehrraketen vom Typ THAAD aufgebraucht. Die THAAD-Raketen sind nach dem Patriot-System die zweitwichtigste Technologie für die Luftabwehr.

Trump selbst widersprach am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social, die US-Streitkräfte hätten "riesige Mengen an 'Munition', vor allem bestimmter Arten". Die Journalisten, die "diese verräterischen Aussagen" veröffentlicht hätten, würden "gejagt", drohte er. "Es werden lange Haftstrafen gefordert werden!"

Nach einer kurzzeitigen Pause hatten die USA den Iran in der vergangenen Woche erneut angegriffen und gemeinsam mit Saudi-Arabien pro-iranische Milizen im Irak attackiert. Der Iran reagierte mit Angriffen auf US-Stellungen unter anderem in Jordanien. Am Samstag verkündete Trump dann ein Aussetzen der US-Angriffe, da sich eine neue Vereinbarung abzeichne. Nennenswerte Fortschritte in den von Pakistan vermittelten Verhandlungen gab es aber nicht.

Der Iran und der Oman verständigten sich derweil auf eine Route, über die Schiffe die Straße von Hormus sicher passieren könnten, "wenn bestimmte dritte Parteien den Prozess nicht behindern", wie ein Sprecher des iranischen Außenministeriums nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna am Mittwochabend mitteilte. Es gebe allerdings weiter Faktoren "seitens der Vereinigten Staaten", welche die Seestraße unsicher machten.

Der Iran hält die für die Weltwirtschaft immens wichtige Meerenge seit Monaten de facto geschlossen und hat Teile davon durch Minen unpassierbar gemacht. Mehrfach wurden Schiffe angegriffen, welche die Meerenge passieren wollten. Nach Angaben der britischen Schifffahrtsbehörde meldete ein Tanker-Kapitän auch in der Nacht zum Donnerstag zwei Explosionen in der Straße von Hormus in etwa 15 Kilometer vor der Küste des Oman.

Ein Sprecher der pakistanischen Regierung äußerte am Donnerstag dennoch die Hoffnung, die Einigung zwischen dem Iran und dem Oman werde auch Washington und Teheran dazu bringen, ihre Verhandlungen wieder aufzunehmen. Pakistans Regierungschef Shebaz Sharif und Armeechef Asim Munir reisten den Angaben zufolge am Donnerstag nach Saudi-Arabien, um dort weitere Gespräche zu führen.

US-Vizepräsident JD Vance sagte dem US-Sender Fox News derweil in einem Interview, bis zu einer Einigung werde es "einige Zeit brauchen". Er bezeichnete die Mitglieder der iranischen Führung als "außerordentlich schwierige Leute". Außerdem habe der Iran ein "zersplittertes System".

Der iranische Präsident Massud Peseschkian bezeichnete die Kommunikation mit dem neuen obersten Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, als "momentan sehr schwierig". Chamenei ist der Sohn von Ayatollah Ali Chamenei, der am ersten Tag des Iran-Kriegs getötet worden war. Er wurde iranischen Angaben zufolge bei dem Angriff Ende Februar verletzt und trat bislang nicht öffentlich auf.

In anderen Teilen des Nahen Ostens und der Golfregion gingen die Kämpfe weiter. Die Huthi-Miliz im Jemen griff am Mittwochabend nach eigenen Angaben zwei saudiarabische Öltanker im Roten Meer an. Im Libanon wurden bei Kämpfen mit der pro-iranischen Hisbollah nach Angaben der israelischen Armee zwei Soldaten getötet. Bei israelischen Luftangriffen im Libanon wurden mehrere Menschen verletzt.

E.Smith--IP