Deutsche Airlines "entsetzt" über Vergabe von Flugrechten an Emirates
Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) hat "mit mit Unverständnis und Verärgerung" auf die Entscheidung der Bundesregierung reagiert, der Fluggesellschaft Emirates zusätzliche Flugrechte zu geben. "Wir sind entsetzt darüber, wie wenig die Interessen der deutschen Fluggesellschaften und der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unserer Unternehmen bei dieser Entscheidung berücksichtigt wurden", erklärte BDF-Geschäftsführer Michael Engel am Freitag. Er forderte erneut Entlastungen für den Luftverkehrsstandort Deutschland.
Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) darf künftig einen täglichen Langstreckenflug zwischen Dubai und Berlin anbieten - das hatte die Bundesregierung am Donnerstag beim Besuch des Staatschefs der Emirate, Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan, mitgeteilt. Damit solle die "internationale Konnektivität deutscher Flughäfen" verbessert werden.
Auch die Gewerkschaft Verdi hatte die Entscheidung scharf kritisiert. "Das ist keine verantwortungsvolle Luftverkehrspolitik, sondern ein fragwürdiger Deal zulasten inländischer Arbeitsplätze, Wertschöpfung und eines Teils unserer kritischen Infrastruktur." Deutsche Luftverkehrspolitik dürfe keine Verhandlungsmasse bei Staatsbesuchen sein.
Verdi-Bundesfachgruppenleiter Luftverkehr, Dennis Dacke, warnte vor der Annahme, zusätzliche Emirates-Verbindungen zum Drehkreuz in Dubai verbesserten automatisch die internationale Anbindung Deutschlands. "Mehr deutsche Abflughäfen stärken vor allem das Drehkreuz am Golf und können Passagierströme aus europäischen und deutschen Netzen sogar dorthin verlagern."
S.Boyle--IP