Klitschko: Russland zwingt Kiew vor Winter in Überlebenskampf
Die jüngste Welle russischer Angriffe auf Kiew hat die ukrainische Hauptstadt nach den Worten von Bürgermeister Vitali Klitschko schon vor dem Winter in einen Überlebenskampf gezwungen. "Jeden Tag gibt es neue Berichte über zerstörte Gebäude, über Verletzte oder tragischerweise Getötete, während sich der Beschuss unserer Stadt verschärft", sagte Klitschko am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. "Heute geht es ums Überleben."
Nur wenige Stunden nach dem Interview wurde der Betrieb der Kiewer U-Bahn aufgrund von Stromausfällen eingestellt. Drei Menschen wurden Klitschko zufolge bei Angriffen am Donnerstag in der Hauptstadt getötet.
Russland hat seine Drohnen- und Raketenangriffe auf Kiew in den vergangenen Wochen noch einmal verstärkt und dabei wieder vermehrt Energieinfrastruktur ins Visier genommen. Viele Menschen in Kiew haben daher Angst vor einem weiteren Winter mit wenig oder gar keiner Strom- und Wärmeversorgung.
Wiederholt wurden auch Brücken über den durch Kiew fließenden Dnipro getroffen, was zu Verkehrseinschränkungen führte. "Die Verbindung zwischen dem linken und dem rechten Ufer ist einer der entscheidenden Faktoren für die Funktionsfähigkeit der Stadt", sagte Klitschko. Die Stadt arbeite an Pontonbrücken, um den Verkehr zu entlasten.
Klitschko warnte außerdem, dass eine Störung der Wasserinfrastruktur der Hauptstadt zu einer großen Krise führen könne. Die jüngsten Angriffe hatten bereits Ausfälle bei der Strom- und Wasserversorgung verursacht.
Um sich auf den Winter und mögliche Versorgungsengpässe vorzubereiten, baue die Stadt Notheizsysteme auf und lege Vorräte an Brennstoff, Lebensmitteln und Trinkwasser an, sagte Klitschko. "Egal, wie gut wir uns vorbereiten – wenn die Luftabwehr nicht funktioniert, könnten wir in einem schlimmen Szenario landen."
T.P.MacNamara--IP