FIFA-Statement: Rückendeckung für Infantino
Ein angedeutetes Fehlereingeständnis, aber keine Spur von Rücktrittsgedanken - und ein satter Gegenangriff auf seine Kritiker: FIFA-Präsident Gianni Infantino bleibt nach einem Krisentreffen im Amt. Wie der Fußball-Weltverband am späten Mittwochabend mitteilte, habe der 56-jährige Schweizer bei der Zusammenkunft mit ranghohen Funktionären im FIFA-Büro für Afrika klare Rückendeckung erfahren.
"Im Anschluss an ein Treffen in Rabat (Marokko) bekräftigten der FIFA-Generalsekretär und die anwesenden Mitglieder der FIFA-Geschäftsleitung ihre uneingeschränkte Unterstützung für FIFA-Präsident Gianni Infantino – den einzigen Amtsträger, der von den 211 FIFA-Mitgliedsverbänden gewählt wurde", hieß es in der fast 500 Wörter langen Stellungnahme.
Zuvor war Infantino bereits im Stade El Barid in Rabat lächelnd und winkend auf der Tribüne beim Afrika-Cup-Gruppenspiel der Frauen zwischen Malawi und Sambia (0:2) gesehen worden. Direkt neben ihm saß FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström, der sich am Dienstag laut übereinstimmenden Medienberichten in einem internen Schreiben noch von Infantino distanziert haben soll.
Der Schweizer Infantino wiederum habe am Mittwoch "seine volle Unterstützung für den FIFA-Generalsekretär und die FIFA-Administration sowie für deren notwendige und hervorragende Arbeit bei der Umsetzung seiner Vision" bekräftigt, erklärte der Weltverband. Welche Mitglieder der FIFA-Geschäftsleitung neben Präsident und Generalsekretär anwesend waren, ist unbekannt.
Zugleich schlug der Weltverband gegen seine Kritiker zurück. Einmal mehr hätten auch "die Medien" ihren Anteil an der Unruhe gehabt, die rund um den mittlerweile aufgrund überbordender Kritik verworfenen Investorenplan Infantinos entstanden sei: "Die FIFA wird keinerlei Angriffe auf ihre Integrität dulden und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen", hielt der Weltverband fest.
Beim Projekt FIFA Forward Enterprise (FFE) seien "Fehler unterlaufen", räumte die FIFA nebulös und knapp ein. Intern sei das Ziel nun, die "Prozesse (...) hinsichtlich ihrer Effektivität und Effizienz" kontinuierlich zu verbessern.
Es herrsche Einigkeit darüber, "dass es nicht die Absicht war, dem FIFA-Rat und den FIFA-Mitgliedsverbänden das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein, und dass das Verfahren anders hätte gehandhabt werden müssen." In einem separaten Schreiben an den FIFA-Rat und die FIFA-Mitgliedsverbände sei für diese Fehler um Entschuldigung gebeten und zugesichert worden, "dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen werden."
Nun werde eine Überprüfung durchgeführt, der entsprechende Bericht werde dem FIFA-Rat bei seiner nächsten geplanten Sitzung vorgelegt. Sämtliche Maßnahmen seien jedoch "in voller Übereinstimmung mit dem Regelwerk der FIFA" erfolgt.
T.Behan--IP