The Irish Press - Zehnkampf: Krimi um Gold zwischen Neugebauer und Kaul

Zehnkampf: Krimi um Gold zwischen Neugebauer und Kaul
Zehnkampf: Krimi um Gold zwischen Neugebauer und Kaul / Foto: Sven Hoppe - picture-alliance/dpa/SID

Zehnkampf: Krimi um Gold zwischen Neugebauer und Kaul

Krimi im Zehnkampf: Weltmeister Leo Neugebauer (Stuttgart) und Niklas Kaul (Mainz) liefern sich bei der Leichtathletik-EM in Birmingham ein deutsches Duell um Gold. Neugebauer (7920) geht nach dem Speerwurf mit nur noch 154 Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen in die abschließenden 1500 Meter (22.10 Uhr MESZ/ZDF), Kaul gilt als der deutlich bessere Läufer - und damit nun als Favorit auf den Titel.

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In seiner Lieblingsdisziplin Speerwurf kam Kaul auf ganz starke 73,54 Meter und setzte damit seine beeindruckende Aufholjagd am zweiten Tag fort. Neugebauer musste sich mit 60,10 Metern begnügen. Ebenfalls im Rennen um die Medaillen bleibt Sander Skotheim, der Norweger liegt mit 7662 Punkten vor der letzten Disziplin auf Rang drei. Youngster Amadeus Gräber (7445/Frankfurt) geht als Achter ins Finale.

Trotz seiner Führung läuft der EM-Zehnkampf für Neugebauer nicht wie gewünscht. Nach einigen Wacklern kam beim Stabhochsprung auch noch unverschuldet Pech hinzu, die Kampfrichter leisteten sich eine peinliche Panne. Gleich fünf Sprünge musste Neugebauer wegen eines Fehlers der Organisation bei sengender Hitze absolvieren, um 4,80 m zu überqueren. Nach 4,90 m war dann Schluss, sein Vorsprung an der Spitze schmolz.

Auf einer der beiden Anlagen war die Latte bei den ersten Versuchen über 4,80 m nicht in der richtigen Höhe aufgelegt worden, sondern erneut bei 4,70 m. Erst nach einer Weile fiel der Irrtum auf. Sieben Springer, welche die "falschen" 4,80 m schon überquert hatten, mussten noch einmal antreten, darunter der führende Weltmeister Neugebauer und Gräber. Dabei war aber dann der Abstand der Ständer nicht richtig eingestellt.

"Die Organisation ist eine absolute Katastrophe, so etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte der frühere Zehnkampf-Weltrekordler Jürgen Hingsen dem SID.

Der sichtlich angefressene Neugebauer riss dreimal die "richtigen" 4,80 m. Die Jury, die völlig den Überblick zu verlieren schien, ließ ihn nach einem Protest ein viertes Mal antreten. Diesmal kam Neugebauer über 4,80 m. "Eine unglaubliche Leistung nach so einem Chaos", sagte Hingsen. Allerdings verletzte sich Neugebauer bei einem der fünf Sprünge auch noch leicht an der rechten Wade. "Bei den Witterungsbedingungen ist das natürlich fatal und eine absolute Wettkampfverzerrung meiner Meinung nach", sagte Bundestrainer Jörg Roos im ZDF.

Zu diesem Zeitpunkt lief der Stabhochsprung bei Temperaturen über 30 Grad schon rund eine Stunde. Ex-Weltmeister Kaul war nicht betroffen.

T.Behan--IP