Wetterexperten rechnen mit früherem Schnee als erwartet
Wetterexperten rechnen nun mit einem deutlich früheren Wintereinbruch als ursprünglich prognostiziert. Ein historisch früher Polarwirbel könnte ab dem 1. Advent erste Schneefälle nach Mitteleuropa bringen, während weiße Weihnachten statistisch weiterhin eine Seltenheit bleiben. Die endgültige Prognose steht noch aus.
Ein historisch früher Polarwirbel könnte die Witterung in Deutschland bereits im November grundlegend verändern. Meteorologen und Wetterexperten rechnen nun mit einem deutlich früheren Wintereinbruch als in den ersten Prognosen angenommen. Sollte sich das atmosphärische Phänomen wie modelliert entwickeln, könnten erste Schneefälle bereits Ende November oder zum 1. Advent erwartet werden.
Die Aussichten auf ein klassisches weißes Weihnachtsfest bleiben indes gering. Statistische Auswertungen der vergangenen Jahrzehnte belegen, dass eine geschlossene Schneedecke in den deutschen Flachlandregionen zu den Feiertagen immer seltener wird. Verantwortlich dafür ist das sogenannte Weihnachtstauwetter: Eine regelmäßig wiederkehrende Wetterlage, bei der milde Luftmassen aus dem Atlantik nach Mitteleuropa strömen und selbst bei früheren Wintereinbrüchen pünktlich zu den Festtagen für Regen und zweistellige Plusgrade sorgen.
Trotz dieser langfristigen Tendenz deuten aktuelle Daten auf eine kurzfristige Abweichung hin. Hoch über der Arktis ist eine ungewöhnlich frühe Erwärmung der Stratosphäre beobachtet worden, die dazu führt, dass sich die Winde von West nach Ost umkehren. Solche Ereignisse treten normalerweise erst im Januar oder Februar auf und schwächen das arktische Windsystem massiv ab. Da diese Störung in der Atmosphäre meist mit einer Verzögerung von zwei bis vier Wochen in die unteren Schichten durchschlägt, fällt das potenzielle Eintreffen arktischer Kaltluftmassen in Mitteleuropa zeitlich genau auf den Beginn des Advents.
Ein entscheidender Faktor für die konkrete Ausprägung ist die Bildung stabiler Hochdruckblockaden über Skandinavien. Sollten diese entstehen, könnten eisige Ostwinde direkt nach Deutschland gelenkt werden und frühzeitige Schneefälle begünstigen. Als mächtiger Gegenspieler wirkt jedoch ein aktiver El Niño im Pazifik. Dieses Phänomen drängt die Wettermodelle tendenziell in Richtung milder Atlantikwinde und erschwert verlässliche Vorhersagen.
Statistisch liegt die Wahrscheinlichkeit für eine geschlossene Schneedecke im Flachland am Morgen des 1. Advents bei 15 bis 20 Prozent. Deutlich bessere Chancen von 40 bis 50 Prozent bestehen in den höheren Mittelgebirgen ab einer Höhe von 600 Metern. Eine endgültige Entscheidung der Wettermodelle darüber, ob zum Adventbeginn Matsch oder echte Winterromantik erwartet wird, fällt voraussichtlich erst um den 19. November.
N.Connor--IP